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Exploring the possibilities of video production with smartphones

#9 Android-App-Liste zur Medienproduktion mit Smartphones — 23. February 2018

#9 Android-App-Liste zur Medienproduktion mit Smartphones

English preface to this post: Post #9 was supposed to be the 2nd part of the article about native camera apps but something came up so I’m squeezing another one in before delivering the sequel to #8. The reason is an event that’s happening today, February 23rd 2018, in Bochum, Germany: “MoJo Meeting” (Twitter: @MoJoMeeting), a (first time) gathering for the German/German-speaking “MoJo” community (“MoJo” = “Mobile Journalism”), hosted by the NRW Media Lab. While I’m unfortunately not able to participate in person, I have used this occasion to finally finish my extensive and fairly detailed Android app list for multimedia production that I had been working on for quite a while. A 15-page-pdf of the list will be downloadable from this post but the current list is in German. However I’m planning to make an English language version of this list available within the next few weeks.

Nun also noch einmal auf Deutsch: Eigentlich hätte Post #9 der zweite Teil des Artikels über native Kamera-Apps werden sollen, doch aufgrund des kurzfristig anberaumten “MoJo Meeting” in Bochum, welches am heutigen 23. Februar 2018 stattfindet, habe ich mich dazu entschlossen, einen anderen Beitrag hier einzuschieben – zur Abwechslung auch mal wieder in deutscher Sprache. Das “MoJo Meeting” (Twitter: @MoJoMeeting, Hashtag: #MoJoMeeting) ist ein (erstmaliges) Treffen für die deutsche/deutsch-sprachige “MoJo”-Community (“MoJo” = “Mobile Journalism”), das im NRW Media Lab in Bochum stattfindet. Zwar kann ich aus terminlichen Gründen nicht persönlich am MoJo Meeting teilnehmen, doch habe ich die Veranstaltung kurzerhand zum Anlass genommen, meine umfangreiche und detaillierte Android-App-Liste für Medienproduktion auf Smartphones, an der ich schon eine ganze Weile gewerkelt habe, endlich fertigzustellen und somit zumindest aus der Ferne einen kleinen Beitrag zu leisten. Neben der bloßen Auflistung der Apps gibt es noch zusätzliche Informationen, warum ich die App als nützlich betrachte, welche wichtigen Features enthalten sind, wo es noch hakt bzw. was es zu beachten gilt, wie es mit der allgemeinen Verfügbarkeit der App für Android-Geräte aussieht und welche Kosten auf einen zukommen. Die Liste ist selbstverständlich nur eine persönliche Auswahl ohne Allgemeingültigkeitsanspruch und nicht auf ewig in Stein gemeisselt. Gerade auf der Android-Plattform sind viele Faktoren ständig in Bewegung. Noch ein abschließender Hinweis: es ist durchaus möglich, dass sich bei der Masse an Material Tipp- oder auch inhaltliche Fehler eingeschlichen haben, die ich zu entschuldigen bitte. Korrektur-Hinweise nehme ich gerne in den Kommentaren, per eMail (smartfilming(at)live.com) oder auf Twitter (@smartfilming) entgegen. Hier nun aber die Liste zum Download als pdf, viel Spaß!

Android-App-List by smartfilming

Im Übrigen wünsche ich allen Organisatoren und Teilnehmern des MoJo Meeting eine spannende und erfolgreiche Veranstaltung, die sich hoffentlich in der ein oder anderen Form auch langfristig etablieren kann.

 

 

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#1 Schnitt im Schritt oder: Die faszinierende Idee eines Hosentaschenvideostudios — 28. June 2015

#1 Schnitt im Schritt oder: Die faszinierende Idee eines Hosentaschenvideostudios

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iPod Touch (2. Generation) mit ReelDirector-App

Im Jahr 2009 kaufte ich mir für das Studium, bzw. genauer gesagt für meine neben dem Studium betriebenen Videoarbeiten meinen ersten iMac. Im Rahmen eines Back-to-School-Angebots gab es damals einen iPod Touch (2. Generation) gratis dazu, vermutlich weil die 3. Generation kurz vor dem Release stand und Apple die frisch veraltete Hardware noch irgendwie unters Volk bringen wollte. Das iPhone war zu diesem Zeitpunkt etwa 2 Jahre auf dem Markt, ich persönlich hatte daran allerdings kein sonderliches Interesse, vor allem der extrem hohe Preis für ein Mobiltelefon schreckte mich ab. Das mobile Internet war mir aus WAP-Zeiten noch etwas suspekt, der größte Reiz bestand damals für mich darin, unterwegs Filme zu schauen, die man sich auf das Geräte geladen hatte. Nun, das ließ sich auch mit meinem neu erworbenen iPod Touch bewerkstelligen, schließlich war dieser mehr oder weniger ein iPhone ohne Telefonfunktion. Nach einer kurzen „Wow“-Phase mit dem Hosentaschenkino landete das gute Teil jedoch recht schnell in einer Schublade, aus der ich es lediglich in sehr unregelmäßigen Abständen wieder hervorholte.

Zeitsprung. Ende 2011 stieß ich durch Zufall im Internet auf die Info, dass es Apples Einsteiger-Videoschnittprogramm iMovie mittlerweile auch für das mobile Betriebssystem iOS gab, genau gesagt seit Juni 2010. Videoschnitt unterwegs mit einem Gerät, das man in der Hosentasche immer dabei haben kann? Wie verrückt ist das denn bitte? Gespannt wie ein Flitzebogen kramte ich natürlich sofort meinen iPod Touch wieder hervor und versuchte die App zu installieren. Leider ohne Erfolg, man benötigte mindestens iOS 5, welches sich aber auf meinem iPod Touch-Oldtimer nicht mehr installieren ließ. Also machte ich mich auf die Suche nach alternativen Apps für den mobilen Videoschnitt. Während sich Splice (erschienen Ende Dezember 2010) bedauerlicherweise ebenfalls aus technischen Gründen nicht installieren ließ, hatte ich schließlich mit der App ReelDirector Glück. Diese App darf retrospektiv als eine Art „Vater des Hosentaschenvideoschnitts“ bezeichnet werden, sie kam ursprünglich im Oktober 2009 auf den Markt. Natürlich war mir klar, dass man aufgrund der begrenzten Hardware-Power und des kleinen Touchscreens keine hochkomplexe und vollfunktionale Schnittlösung erwarten konnte, ich war aber positiv überrascht, dass tatsächlich alle Grundfunktionen an Bord waren, um aus mehreren Clips ein einfaches Video zu basteln. Auch die Bedienung per Touchscreen ging erstaunlich gut von der Hand. Es gab allerdings zwei Probleme, die den ersten Enthusiasmus schnell wieder eindämmten: Zum einen musste man sich mit unglaublich langen Renderzeiten beim Abspielen und Exportieren abfinden, zum anderen hatte der iPod Touch (2. Generation) noch keine Kamera, weshalb man Schnittmaterial erst umständlich auf das Geräte laden musste. Der praktische Nutzen war also in diesem Kontext eher gering und das ganze lediglich eine nette Spielerei mit Blick in die Zukunft.

Nachdem ich in der Folgezeit weiterhin tapfer meinem betagten Samsung Sliderhandy (immerhin mit Farbdisplay und 2MP-Kamera!) die Treue hielt und vom Kauf eines Smartphones absah, war es im Herbst 2013 dann doch soweit. Zwar hatten mir als Nutzer eines iMacs alle möglichen Leute zum Erwerb eines iPhones geraten, aber wie einst schon war mir einfach der Preis zu hoch. Kurzzeitig spielte ich mit dem Gedanken an ein Blackberry (wegen der physischen Tastatur), entschied mich dann aber mit dem Samsung Galaxy S3 Mini doch für ein Android-Gerät. Smartphone – check. Jetzt vielleicht noch ein Tablet? Kurze Zeit später legte ich mir auch noch ein iPadMini zu. Und auf ging es in die vielfältige und man mag fast sagen: unübersichtliche Welt der Apps. Mittlerweile hatte ja auch die Hardware der Geräte Riesenschritte nach vorne gemacht: Für den Videoschnitt brauchbare Rechenpower durch leistungsfähigere Chipsets kombiniert mit HD- und FullHD-Videooptiken hoben den praktischen Nutzen dieser portablen Multimedia-Allzweckwaffe in ganz neue Regionen.

Bei der Suche nach Personen und Plattformen, die sich mit der mobilen Medienproduktion via Smartphones und Tablets (etablierte Stichwörter und Hashtags sind hier z.B. MoJo/Mobile Journalism und Mobile Reporting) auseinandersetzen, stieß ich auf zwei Blogs, die für mich in diesem Bereich wegweisend wurden und deren Verfassern ich an dieser Stelle auch ganz herzlich für ihr Engagement danken möchte: Einerseits handelt es sich dabei um das Blog von Glen Mulcahy (tvvj.wordpress.com), Innovation Lead beim öffentlichen irischen Fernseh- und Radiosender RTÉ in Dublin. Glen stellt in seinem Blog allerlei Geräte, Apps und Zusatzequipment vor, die sich zur mobilen Medienproduktion mit Smartphones und Tablets eignen. Auch das Thema Workflow wird behandelt, also welche Arbeitsprozesse und –abläufe vom Dreh bis zur Veröffentlichung von Inhalten gut oder weniger gut funktionieren. Im deutschsprachigen Bereich hat sich in dieser Hinsicht Marcus Bösch mit seinem Blog mobile-journalism.com sehr verdient gemacht. Seine Beiträge sind öfter auch mal mit einer Prise (Selbst-)Ironie gewürzt und finden bisweilen interessante Anschlusspunkte an medien-, kommunikations- und sozialwissenschaftliche Themen.

Leider ist im Allgemeinen jedoch zu beobachten, dass viele Informationsquellen zur AV-Medienproduktion mit Smartphones sehr stark auf Apple und seine iOS-Geräte, insbesondere das iPhone, fixiert sind und die beiden anderen relevanten mobilen Plattformen Android (Google) und Windows Phone (Microsoft) weitgehend oder komplett ausblenden. Das ist bedauerlich, denn es gibt hier auch sehr viel zu entdecken und zu vergleichen. Mein Ansatz für dieses Blog ist deshalb ganz bewusst ein plattformübergreifender: Android, iOS und Windows Phone. Und sollte es etwas Spannendes von anderen (vom Marktanteil verschwindend geringen) mobilen Betriebssystemen wie Blackberry OS, Firefox OS, Ubuntu etc. geben, dann kommt vielleicht auch mal ein Post dazu. Um die Betriebssysteme an sich wird es allerdings gar nicht so direkt gehen, der Fokus wird von der technischen Seite aus auf Geräten, Apps, Zubehör und Workflows liegen. Dazu will ich hin und wieder auch eine etwas breitere, medientheoretische (und durchaus auch selbstreflexive) Perspektive aufziehen, um mich nicht in einem bloßen Gadget-Universum zu verlieren. Mal sehen, ob das gelingt …

P.S.: Wer gerne regelmäßig mit kleinen Info-Bits zum Thema versorgt werden möchte, der darf mir gern auf Twitter unter @smartfilming folgen!